| Auszüge
aus einer Stellungnahme der Associazione
Musulmani Italiani [Vereinigung
Italienischer Muslime] zum von Walter Veltroni initiierten Fackelzug am 20. März
2002 in Rom
Vorbemerkung
des Übersetzers: Die
folgende Stellungnahme bezog sich auf eine 'Friedensinitiative' des (damaligen) römischen
Bürgermeisters und ehemaligen Herausgebers der Unità,
Walter Veltroni (Democratici
di sinistra - Linksdemokraten).
Letzterer war schon anlässlich des Kosovokriegs eifrig damit beschäftigt
gewesen, in der serbischen Provinz "die Ängste eines Horrors aufzuspüren,
die wir unter den Trümmern der Öfen des Holocaust begraben zu haben gehofft
hatten", "ethnische Säuberungen, Vergewaltigungen, Enthauptungen und
Familientrennungen", "Frauen und Kinder auf der einen Seite, Männer
auf der anderen ...". Doch
auch die nachhaltige Zertrümmerung Serbiens und die Vertreibung von Serben,
Juden, Roma etc. aus dem Kosovo vermochten seine bzw. "unsere" Horrorängste
anscheinend immer noch nicht wieder dahin zu verscheuchen, wohin sie Veltroni zufolge
gehören: unter die Erde. Denn nach dem Sieg im Kosovokrieg und mit der zweiten
"Intifada" wurde offenbar, dass ein Teil jener Angst-Scheusale sich nach
Auschwitz nicht nur nach Serbien, sondern auch nach Palästina retten konnte.
Wer weiß, vielleicht, weil "wir" in Wirklichkeit doch gar nicht alle
Holocaust-Öfen restlos zertrümmert hatten? Veltroni lässt sein Publikum
darüber im Unklaren, für wen sein pathetisches "wir" steht. Die
Nordwest-Zeitung vom
24. Januar 2005 erzählt nur von zwei verschiedenen Gruppen, die, jedenfalls
in Auschwitz, Krematorien zerstört haben sollen: "Am 7. Oktober 1944 konnte
bei einem Aufstand eines der Krematorien mit Hilfe von Sprengstoff, den weibliche
Häftlinge aus einer Fabrik eingeschmuggelt hatten. zerstört werden."
Später, kurz vor der Befreiung, war es hingegen die SS, "die damit die
Spuren ihrer Verbrechen verwischen wollte".
Mit
Sicherheit bezog Veltroni sich mit seinem Wir recht positiv auf die italienischen
"No-Globals", die unter reger Beteiligung verschiedener Islamfaschisten
bereits seit längerem allerorten Fackelzüge
für ihr Palästina veranstalteten.
Und zwar u.a. um das ehemalige jüdische Ghetto in Rom herum. Wohl um die Gespenster
wenigstens von dort, wo noch immer viele Juden leben, zu verscheuchen. Wobei der
ehemalige Chef einer italienischen Mitte-links-Regierung, Massimo D'Alema (ebenfalls
DS), die solcherart geschehene Drohung mit Pogromen wahrscheinlich noch etwas wissenschaftlicher
rechtfertigen könnte: der schlaue Ex-Leninist, der weiß, dass, wenn heute
schon sonst kaum jemand mehr, zumindest die Israelis noch falsches Bewusstsein haben,
hatte auch, als bei einer späteren 'Friedensdemonstration' einer seiner prominenten
Genossen und politischen Konkurrenten von noch etwas radikaleren "No-Globals"
angegriffen worden war, dafür sogleich eine süffisante Erklärung parat:
Piero Fassino sei nun mal "ein bisschen zionistisch".Am
18. März [2002; RR] schrieb Antimo Marandola Shaykh Abdul Hadi Hadi Palazzi
[zweiter Name so im Orig. Anm. d. Übers.], dem Sekretär der Associazione
Musulmani Italiani: Was
halten Sie vom Fackelzug am 20. in Rom? Shaykh
Palazzi antwortete ihm, indem er schrieb: [
]
Es handelt sich um eine Initiative, die von dem selben Bürgermeister organisiert
wurde, der gerade erst vor ein paar Tagen mit allen Ehren den neonazistischen Diktator
Bashir al-Asad empfangen hat. [
]
Außerdem nahm an dem Fackelzug sogar das Oberhaupt der Sekte der "Moslembrüder"
- und der Hamas-Vertreter in Italien - Dr. Nour Dachan, Teil. Allein diese Feststellung
genügt bereits, um eine Unterstützung unsererseits auszuschließen.[
] Zudem
ist da noch das grundsätzliche Problem: Der Bürgermeister Veltroni hat
unmissverständlich dargelegt, was er unter "Frieden im Mittleren Osten"
versteht. Er hat öffentlich erklärt, dass der "Frieden im Mittleren
Osten über die Zuerkennung sicherer Grenzen für Israel und über die
SCHAFFUNG DES SOGENANNTEN PALÄSTINENSISCHEN STAATES" führt. Das ist
der Punkt, den wir grundsätzlich ablehnen und den wir weiterhin grundsätzlich
ablehnen werden. Auch wenn - wie es den Anschein hat - der Terroristenprinz Saudi-Arabiens,
Abdullah, Bush, die Staats- und Regierungsoberhäupter der Europäischen
Union, Arafat und Scharon sich im Hinblick auf die Schaffung dieses angeblichen "Staates"
allesamt einig wären, werden wir auf Grund politischer, vor allem aber auch
religiöser und ethischer Überlegungen weiterhin grundsätzlich dagegen
sein, sagen, dass es sich dabei um ein Verbrechen gegen die Araber und gegen die
Israelis handelt und ihn missbilligen. Unseres Erachtens bedeutet die Belohnung Arafats
und seiner Schergen, indem man ihnen ein Gebiet schenkt und eigens für sie einen
Staat schafft, die Verurteilung der Araber zu einem Leben unter der schlimmsten der
Diktaturen, einer Diktatur, die weiterhin als Zentrale für die Praxis und für
den Export der Ideologie des Selbstmordterrorismus fungieren und die Zerstörung
Israels vorbereiten wird. Der
palästinensischen Staaten gibt es bereits zwei: Israel als jüdisch-palästinensischen
Staat und Jordanien als arabisch-palästinensischen Staat. Einst war diese geographiehistorische
Wahrheit allgemein anerkannt, sie wurde sowohl von Scharon als auch von König
Hussein klar und deutlich proklamiert; heute dagegen ist sie nicht mehr politisch
korrekt, stattdessen möchte man lieber einen zweiten "Palästinenserstaat"
schaffen und dabei Israel Judäa und Samaria entreißen, indem man behauptet,
dass diese nicht zu Israel gehörten, sondern rechtmäßig dem Ägypter
Yasser Arafat und seiner Bande von Mördern zustünden, von denen ebenfalls
viele Nicht-Palästinenser sind. Einen
Staat für den schlimmsten Terroristen der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg zu
schaffen bedeutet, jedem Sinn für Moralität in den Beziehungen zwischen
Völkern und Staaten zu entsagen. Es bedeutet, dass der Blutbadterrorismus gesiegt
hat und die Demokratie verloren. Dies ist in der Tat das Resultat des 11. September.
Nachdem sie zu dem Zweck, den wahhabitischen Terrorismus in den Mittelmeerraum zu
exportieren, um jeden Preis eine Kolonie auf israelischem Gebiet errichten wollten
und nachdem sie aus der Bereitstellung von Haushaltsmitteln für die PLO und
für die Hamas eine Konstante ihrer Außenpolitik gemacht hatten, haben
die Saudis ihr Ziel auf politischem Wege zu erreichen versucht und massiv in die
Wahlkampfkampagne George Bushs investiert, jenes Mannes, von dem sie glaubten, dass
er besonders eng mit ihren Erdölinteressen verbunden sei, da er - gemeinsam
mit seinem Vater - in der Carlyle-Gruppe Sozius der Familie Bin Laden war. Als
Bush jedoch nicht tat, was die saudische Königsfamilie von ihm wollte (d.h.
sich nicht beeilte, sich für die Schaffung des zweiten "Palästinenserstaats"
einzusetzen), als die Vereinigten Staaten sich in Durban weigerten, sich dem antisemitischen
Projekt des 21. Jahrhunderts anzuschließen, sollte ihm gezeigt werden, dass
es "gefährlich ist, sich dem saudischen Expansionismus zu widersetzen";
daraus ergab sich der Angriff auf das World Trade Center. Heute, nachdem er einem
Angriff ausgesetzt war, treibt Bush der Weltöffentlichkeit Rauch in die Augen,
indem er es mit dem Irak, mit dem Iran und sogar mit Nordkorea hat, aber er ergreift
überhaupt keine Maßnahmen gegen die Saudis, die wahren al-Qa'idah-Finanziers
und -Manipulanten von Anfang an, sondern er gibt der Erpressung durch sie sogar auf
ganzer Linie nach. Er akzeptiert praktisch die Niederlage, und nachdem er den Schlag
eingesteckt hat, ist er bereit, das zu tun, was er zuvor nicht gewagt hatte: ebenso
den Saudis die ersehnte Kolonie zu schenken, wie den Syrern bereits der Libanon geschenkt
wurde. Israel ist in der gleichen Lage wie die Tschechoslowakei 1936 und soll der
Blutrünstigkeit der Terrorherrscher geopfert werden. Der "palästinensische
Staat" ist eine Wechselbürgschaft gegen weitere mögliche Überraschungsangriffe
auf das Territorium der Vereinigten Staaten, die jedoch mit dem Blut der Israelis
und jener Araber erkauft wird, die den wahhabitischen Terrorismus verurteilen. Es
ist betrüblich festzustellen, dass viele Juden - in Italien und im Ausland -
derart naiv sind, dass sie freiwillig die Waffen ölen, mit denen die Saudis
sich auf ihre Ausrottung vorbereiten, und sich an Demonstrationen beteiligen, die
dazu dienen, die Öffentlichkeit glauben zu machen, dass die Schaffung eines
"Staates" in den Händen der Arafat-Kriminellen "der Weg zum Frieden"
sei. Das
war schon beim Oslo-Abkommen der Fall. Zunächst
wurde der Öffentlichkeit erzählt, dass "der Weg des Friedens"
ein Kompromiss mit einem Kerl wie Arafat sei (und das Ergebnis kann heute jeder sehen);
heute wird gesagt, dass "der Weg des Friedens" in der Verwandlung Arafats
und seiner Folterknechte in "Autoritäten eines Staats" bestehe. Chamberlain
pflegte zu sagen: "Geben wir Hitler, was er haben will, und der Frieden wird
gerettet sein...", dann kam - zum Glück - Churchill, der sagte: "Je
mehr wir ihm zugestehen, desto mehr wird er verlangen. Hitler muss auf jeden Fall
gestoppt werden." Zum Leidwesen der zeitgenössischen Menschheit wimmelt
es in der Welt heute von Politikern à la Chamberlain, von Individuen, die
sich einbilden, dass Verhandeln mit den Saudis und mit ihren Marionetten "der
Weg des Friedens" sei. Unterdessen expandiert der wahhabitische Fundamentalismus
weiter, und die Demokratie weicht zurück... Ein
Churchill ist am Horizont nicht zu sehen, weder in Amerika noch in Europa und auch
nicht in Israel. Übersetzung
aus dem Italienischen: Ralph Raschen Quelle: Informazionecorretta
(Einleitung des Übersetzers geringfügig geändert am 23.4.2010),
März 2002
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